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Das Bundesgericht hat in einem neuen Urteil vom 20. August 2019 (Aktenzeichen 1C_69/2019) beurteilt, wann ein Nachmieter in ein hängiges Baubewilligungsverfahren eintreten kann, in welchem sein Vormieter Einsprache gegen ein Bauprojekt erhoben hat. Für die Beurteilung, ob ein solcher Parteiwechsel zulässig ist, stellt das Bundesgericht auf die konkreten Umstände des Einzelfalles ab. Leider hat es die Frage offen gelassen, ob die Gegenpartei diesem Parteiwechsel zustimmen muss, weil im konkreten Fall diese Zustimmung ausdrücklich vorlag.

Gegen ein Bauvorhaben können nicht nur benachbarte Grundstückeigentümer, sondern auch Mieter Einsprache erheben, wenn sie ein selbständiges, eigenes Rechtsschutzinteresse an der Beschwerdeführung haben. Sie müssen vom Streitgegenstand direkt betroffen sein und einen unmittelbaren Nachteil erleiden. Dabei ist Voraussetzung, dass der Mieter in einem langjährigen Mietverhältnis steht oder ein solches zumindest bis zur Realisierung des Bauprojekts anhalten wird. Das Mietverhältnis muss mit anderen Worten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bis zur Verwirklichung des Bauvorhabens andauern.

Wenn nun ein Nachmieter hinsichtlich des strittigen Bauprojektes in einer vergleichbaren Lage wie der Vormieter ist, der Einsprache gegen das Bauprojekt erhoben hat, und das fragliche (Nach-)Mietverhältnis bereits drei Jahre angedauert hat (und weiterhin besteht), ist der Nachmieter mit Bezug auf die strittigen beim Bauprojekt strittigen Immissionen in gleicher Weise wie der Vormieter betroffen. Ein Parteiwechsel vom Vormieter zum Nachmieter somit zulässig und der Nachmieter kann die Baueinsprache seines Vormieters mit Bewilligung des Gerichts, bei dem das Verfahren hängig ist, weiterführen.